Werkgruppen

Konzeptionelle Malerei

 

Hinter der Malerei von Markus Wilke steht seit 2013 ein Neuzeitarchäologie-gen-Konzept. Er erforscht die Hinterlassenschaften unserer Industriegesellschaft. Fündig wird er auf Schrottplätzen und Entsorgungsdepots. Dort werden fotografische Bestandsaufnahmen gefertigt, die am Computer auf bildwürdige Ausschnitte untersucht werden. Die Masse der Materialien, der ihrer Identität beraubten Gegenstände liefert schon einen Eindruck von Abstraktion, die Ausschnitte verfremden die Perspektive. Anfängliche landschaftliche Anmutungen weichen über die Jahre Frontalansichten, die den Arbeiten eine weitere abstrakte Wirkung verleihen, obwohl sie gegenständlich in Acryl auf Leinwand oder in Öl auf Papier umgesetzt werden. Dieser Widerspruch wird bewusst forciert um die üblichen Einordnungen und Bewertungen im Kunstbetrieb zu hinterfragen.

 

Dabei geht es weniger um die Zelebrierung eines bestimmten Malstils als um die materialgerechte Umsetzung und die Auslotung kulturhistorischer Bezüge. So entstehen Werke, die auf die Konstruktivistischen Formensprache Bezug nehmen oder wallende Formen, die an den Rokoko erinnern. Ferner entstehen auch Anklänge an den Kubismus, die Pop Art oder das All over Painting. Expressive Attitüden oder polemische Anklagen werden aber vermieden, um den intellektuellen Blick nicht zu versperren. Vielmehr kann dieser Prozess der konkreten Kunst zugeordnet werden, Profanes mittels überlieferter Kunsttechniken zu überhöhen. Denn der Widerspruch zwischen den ästhetischen Reminiszenzen der Bilder und der ihr zu Grunde liegenden Thematik befördert eine dialektische Auseinandersetzung über den Umgang mit Werten an sich und im besonderen. Nicht nur Materialien oder Kunstwerke betreffend, sondern die Bewertung im sozialen Kontext.

 

Die Bilder sind hier unter Leinwand und Papierarbeiten abgebildet. Nicht nach Jahr oder Thema geordnet, sondern gewissermaßen in Versuchsreihen, nach Formaten um den heterogenen Aspekt, also die Vielschichtigkeit des Projekts zu verdeutlichen. Einzelne Werkgruppen werden über einen längeren Zeitraum parallel entwickelt. Erst in Ausstellungen werden sie in Gegenüberstellungen oder homogenen Anordnungen präsentiert um der jeweils gewünschten

Anforderungen gerecht zu werden.

Als Beispiel sind hier die Bodenseekollektion und Ausgemustert aufgeführt.

 

 

„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit,...“ 

Grundrecht nach Art. 2 Abs. 1 GG

 

©2025

 

 

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Ausgemustert
©Malerei von Markus Wilke
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Die folgenden Arbeiten sind alle auf Grundlage von Aufnahmen entstanden, die auf dem Wertstoffhof HEYDT GmbH in Aulendorf gemacht wurden.

Vielen Dank an Michael Heydt

 

©2025

 

 

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Bodensee Kollektion
©Markus Wilke
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